Raiffeisen Bank International AG - Home
Zurück

Raiffeisen Bank International erwirbt 70-Prozent-Anteil an Polbank

Ad Hoc


03. Februar 2011

Raiffeisen Bank International erwirbt 70-Prozent-Anteil an Polbank

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat heute eine Vereinbarung zum Erwerb eines Mehrheitsanteils in Höhe von 70 Prozent an der polnischen Polbank EFG (Polbank) getroffen. Die Polbank umfasst das Bankennetzwerk, das von der EFG Eurobank Ergasias S.A. (Eurobank EFG) betrieben wird und im Rahmen der geplanten Transaktion in eine eigenständige juristische Person mit polnischer Banklizenz umgewandelt werden soll. Die RBI wird für den 70-Prozent-Anteil einen Barkaufpreis von EUR 490 Millionen (auf Basis der vereinbarten Parameter) bezahlen, fällig beim Closing. Das implizite Preis-Buchwertverhältnis beläuft sich auf 1,7, es kann sich aufgrund des noch nicht endgültig ermittelbaren Kapitalerfordernisses bis zum Closing jedoch noch verändern. Der Erwerb hängt vom erfolgreichen Closing und von den Genehmigungen der EU- sowie griechischen und polnischen Aufsichtsbehörden ab. Das Closing der Transaktion wird für das vierte Quartal 2011 oder das erste Quartal 2012 erwartet. Die RBI sieht für eine Kapitalerhöhung in nächster Zeit keine Notwendigkeit.

Die Transaktionsstruktur sieht vor, dass die RBI in einem ersten Schritt einen 70-Prozent-Anteil an der Polbank gegen eine Kaufpreiszahlung von EUR 490 Millionen in bar erwirbt. Unmittelbar danach werden Eurobank EFG und die RBI in einem zweiten Schritt ihre entsprechenden Anteile (Eurobank EFG 30 Prozent und RBI 70 Prozent) in die Raiffeisen Bank Polska S.A. (RBPL) gegen die Gewährung neuer Aktien der RBPL einbringen. Gemäß dieser Transaktionsstruktur wird die Eurobank EFG – neben der RBI – einen Anteil von 13 Prozent an der RBPL halten. Die operative Fusion von RBPL und Polbank wird die Transaktion abschließen. Der Kaufpreis basiert auf einem garantierten Eigenkapital von mindestens EUR 400 Millionen für die Polbank und EUR 750 Millionen für die RBPL. Zudem vereinbarten beide Parteien unter anderem eine Put-Option für die Eurobank EFG, die es ihr erlaubt, ihren Anteil an der fusionierten RBPL (einschließlich der Polbank) jederzeit zu einer von der Geschäftsentwicklung abhängigen Bewertung, aber für mindestens EUR 175 Millionen (zuzüglich Zinsen) an die RBI zu veräußern. Die RBI erhält eine entsprechende Call-Option, die ab dem 31. März 2016 ausübbar sein wird.

Mit ihrem starken Fokus auf dem Privatkundengeschäft ist die Polbank eine ideale Ergänzung zur RBPL, die sehr gut im Geschäft mit Unternehmenskunden positioniert ist. Die RBI wird durch den Erwerb ihre Position in der größten Volkswirtschaft Zentraleuropas, die attraktive Wachstumschancen bietet, deutlich stärken. Die fusionierte Einheit aus RBPL und Polbank wird gemessen an ihren Aktiva (basierend auf den aktuellen Daten) zur sechstgrößten Kommerzbank Polens aufsteigen und gemessen an den Kundenkrediten Rang vier einnehmen.

Die Polbank nahm im Jahr 2006 ihren operativen Betrieb auf und ist auf das Geschäft mit Privatkunden sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) fokussiert. Sie besitzt in Polen ein Netzwerk mit rund 350 Geschäftsstellen und 2.900 Mitarbeitern, die rund 800.000 Kunden bedienen. Die Bilanzsumme belief sich zum 30. September 2010 auf EUR 5,5 Milliarden.

Die RBI ist durch die Gründung der RBPL seit 1991 auf dem polnischen Markt aktiv. Die Summe der Aktiva aus den Konzernaktivitäten in Polen betrug zum Ende des dritten Quartals 2010 EUR 6,5 Milliarden. Die RBI beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter in 123 Geschäftsstellen in Polen und bedient über 240.000 Kunden.