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Raiffeisen International mit Rekordergebnis trotz Finanzmarktkrise


07. August 2008

Raiffeisen International mit Rekordergebnis trotz Finanzmarktkrise

  • Konzern-Periodenüberschuss steigt um 41 Prozent auf 566 Millionen Euro
  • Return on Equity vor Steuern beträgt 25,5 Prozent
  • Gewinn je Aktie steigt von 2,82 Euro auf 3,68 Euro
  • Hohe Kapitalausstattung: Kernkapitalquote (Kreditrisiko) 9,6 Prozent
  • Bilanzsumme steigt um 11 Prozent auf knapp 81 Milliarden Euro
  • GUS- (plus 75 Prozent) und Corporate Customers-Segment (plus 51 Prozent) legen bei Gewinn vor Steuern am stärksten zu
  • Regional gut diversifizierte Ergebnisbeiträge vor Steuern: Zentraleuropa 30 Prozent, Südosteuropa 34 Prozent, GUS 36 Prozent
  • Cost/Income Ratio auf 54,8 Prozent verbessert
  • Kundenbasis auf knapp 14,4 Millionen ausgeweitet
  • Mit 3.077 Geschäftsstellen stärkstes Vertriebsnetz aller westlichen Banken in CEE
  • Ausblick 2008 unverändert: Konzern-Jahresüberschuss von rund 1 Milliarde Euro angestrebt

Die Raiffeisen International Bank-Holding AG, Teil des Konzerns der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), hat basierend auf einer erneut starken Entwicklung des Kundengeschäftes abermals ein Rekordergebnis erzielt. Der Konzern-Periodenüberschuss (nach Steuern und Minderheiten) für das erste Halbjahr 2008 stieg um 41 Prozent auf 566 Millionen Euro
(HJ 2007: 401 Millionen Euro). Der Periodenüberschuss vor Steuern wurde um 39 Prozent auf 843 Millionen Euro (HJ 2007: 607 Millionen Euro) ausgeweitet. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 2,82 Euro im Halbjahr 2007 auf 3,68 Euro. Alle Zahlen basieren auf International Financial Reporting Standards (IFRS).

Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International, zum Ergebnis: "Es ist ein robustes Zeichen der Stärke unseres Geschäftsmodells, dass wir trotz der anhaltenden Turbulenzen auf den globalen Kredit- und Kapitalmärkten erneut ein Rekordergebnis präsentieren. Dieses Rekordergebnis wird von einer dynamischen Entwicklung des Kundengeschäftes getragen. Unser Halbjahresergebnis beweist, dass wir die indirekten Auswirkungen der weltweiten Finanzmarktkrise auf unser Geschäft im Griff haben. Wir halten an unseren Zielen fest."

Der kräftige Anstieg des Konzernergebnisses gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres ist vor allem auf das operative Ergebnis zurückzuführen: Wesentlicher Ergebnistreiber war neuerlich der Zinsüberschuss mit einem Zuwachs um 39 Prozent, während der Provisionsüberschuss um
23 Prozent zulegte. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 25 Prozent, während die Neudotierungen von Kreditrisikovorsorgen um 31 Prozent erhöht wurden. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag (inklusive latenter Steuern) nahmen um 52 Prozent zu und reduzierten das Ergebnis um 196 Millionen Euro.

"Zentral- und Osteuropa zeigt nach wie vor ein Wachstum, das real zwei- bis dreimal höher ist als in der Eurozone. Dies und die sehr positive Entwicklung unseres operativen Geschäftes sowie der fortgesetzte Kundenzuspruch – immerhin knapp 700.000 Neukunden im ersten Halbjahr – machen mich zuversichtlich, dass wir unseren Wachstumstrend nachhaltig fortsetzen können", so Stepic.

Bilanzsumme erstmals über 80 Milliarden Euro
 
Auch im ersten Halbjahr 2008 nutzte die Raiffeisen International das nach wie vor intakte  Wachstumsumfeld in Zentral- und Osteuropa konsequent und weitete ihr Kundengeschäft deutlich aus. Die Kredite an Kunden stiegen um 15,8 Prozent auf 56,6 Milliarden Euro (Ende 2007:
48,9 Milliarden Euro), während die Kundeneinlagen ein Wachstum von 7,8 Prozent auf
43,6 Milliarden Euro aufwiesen (Ende 2007: 40,5 Milliarden Euro). Insgesamt stieg die Bilanzsumme zum 30. Juni 2008 um 10,9 Prozent auf 80,7 Milliarden Euro.

Starkes Ertragswachstum im Kundengeschäft – Betriebserträge plus 30 Prozent

Das operative Ergebnis der Raiffeisen International entwickelte sich in den ersten sechs Monaten 2008 weiterhin sehr positiv. Die Betriebserträge stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 um 30 Prozent auf 2,28 Milliarden Euro (HJ 2007: 1,75 Milliarden Euro).

Die sehr erfreuliche Entwicklung des Zinsüberschusses, der die wichtigste Ertragskomponente für die Raiffeisen International darstellt, setzte sich im zweiten Quartal fort. Der Zinsüberschuss wuchs gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 39 Prozent von 1.079 Millionen Euro auf 1.498 Millionen Euro. Der Anstieg lag damit wesentlich über jenem der durchschnittlichen Bilanzsumme in Höhe von 29 Prozent. Im Berichtszeitraum ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen durch die Veränderungen des Konsolidierungskreises. Der Zinsüberschuss im Segment Retail Customers wuchs gegenüber der Vergleichsperiode 2007 um 202 Millionen Euro oder 31 Prozent auf 860 Millionen Euro. Das Segment Corporate Customers verzeichnete einen Anstieg von 42 Prozent auf 512 Millionen Euro. In allen regionalen Segmenten waren deutliche Steigerungen des Zinsüberschusses festzustellen. Am besten entwickelten sich die Konzerneinheiten in der GUS, wo der Anstieg 43 Prozent betrug, was vor allem an höheren Zinsmargen in Russland lag. In Zentraleuropa betrug der Anstieg 36 Prozent, in Südosteuropa 37 Prozent. Die gesamte Zinsspanne verbesserte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 um 27 Basispunkte auf
3,93 Prozent. Trotz der durch die globale Finanzkrise erhöhten Refinanzierungskosten lag sie auch gegenüber dem Ganzjahreswert 2007 um 7 Basispunkte höher. 
 
Beim Provisionsüberschuss ergab sich eine Steigerung von 23 Prozent auf 703 Millionen Euro: Der Anstieg fiel nach den deutlichen Zuwächsen in den Vorperioden etwas schwächer aus, was auf geringere Erträge aus Wertpapiergeschäften und sonstigen Bankdienstleistungen zurückzuführen war. Bei den wesentlichen Ergebniskomponenten wurden deutliche Zuwächse erzielt. Ein Plus von 35 Prozent auf 221 Millionen Euro steuerte das Devisen- und Valutengeschäft bei und im Kredit- und Garantiegeschäft betrug der Anstieg 38 Prozent auf 92 Millionen Euro. Im Zahlungsverkehr wurde ein Ergebnis von 305 Millionen Euro erzielt, was einen Zuwachs von
23 Prozent bedeutete. Das Wachstum des Provisionsüberschusses von Firmenkunden lag bei
25 Prozent, bei Privatkunden – auf die knapp zwei Drittel des Gesamtaufkommens entfielen – betrug es 24 Prozent. Regional gesehen stieg der Provisionsüberschuss im Segment Südosteuropa um 28 Prozent auf 221 Millionen Euro am stärksten, gefolgt von Zentraleuropa mit plus 22 Prozent auf 270 Millionen Euro und der GUS mit plus 19 Prozent auf 212 Millionen Euro. 

Das Handelsergebnis lag mit einem Anstieg von 16 Prozent unter den Zuwachsraten der anderen operativen Ergebniskomponenten. Es erhöhte sich um 13 Millionen Euro auf 92 Millionen Euro. Wesentlicher Ergebnisbestandteil war hier das Ergebnis aus währungsbezogenen Geschäften, das mit 89 Millionen Euro nach 43 Millionen Euro im Vorjahr mehr als verdoppelt wurde.

Die übrigen Betriebserträge beliefen sich auf minus 11 Millionen Euro nach einem Ertrag von
21 Millionen Euro im Vorjahr. In diesem Vorjahreswert waren Erstkonsolidierungseffekte enthalten gewesen: Durch die erstmalige Einbeziehung der Asset-Management-Gesellschaften in der Slowakei, Ungarn und Kroatien und die damit verbundene erfolgswirksame Auflösung passiver Unterschiedsbeträge hatte sich ein Gewinn von 13 Millionen Euro ergeben.

Weiterhin hohe Investitionen in den Ausbau und die Verbesserung der Vertriebskanäle

Im Vergleich zur Vorjahresperiode stiegen die Verwaltungsaufwendungen um 247 Millionen Euro oder 25 Prozent auf 1.250 Millionen Euro. Aus den Konsolidierungskreisänderungen resultierten keine nennenswerten Effekte. Durch den relativ moderaten Anstieg der Verwaltungsaufwendungen – trotz Fortführung der Investitionsprogramme für den weiteren Ausbau der Vertriebskanäle – wurde die Aufwands-/Ertragsrelation (Cost/Income Ratio) um 2,8 Prozentpunkte auf 54,8 Prozent verbessert.

Mit 49 Prozent wies der Personalaufwand den größten Anteil an den Verwaltungsaufwendungen auf. Dieser erhöhte sich um 120 Millionen Euro oder 24 Prozent auf 612 Millionen Euro. Der Personalaufwand bestand zu 77 Prozent aus Löhnen und Gehältern, der Anteil der gesetzlichen Sozialabgaben betrug 19 Prozent, der freiwillige Personalaufwand machte 3 Prozent aus. Die Steigerungen in den Regionen gestalteten sich unterschiedlich: Während der Personalaufwand in Zentraleuropa um 27 Prozent und in Südosteuropa um 25 Prozent zunahm, blieb der Anstieg in der GUS um 20 Prozent am geringsten.

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 um 6.333 oder 12 Prozent auf 60.236. Mit einem Zuwachs von 3.320 Mitarbeitern oder 24 Prozent verzeichnete Südosteuropa den höchsten durchschnittlichen Anstieg. In Zentraleuropa wuchs die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter um 1.699 oder 15 Prozent, während diese in der GUS um 1.264 Mitarbeiter oder 5 Prozent über der Vorjahresperiode lag.

Der Sachaufwand verzeichnete prozentuell einen höheren Anstieg als der Personalaufwand. Er wuchs gegenüber dem Vergleichszeitraum um 28 Prozent oder 115 Millionen Euro auf 521 Millionen Euro. Am stärksten legte der Sachaufwand insbesondere wegen höherer Mietaufwendungen mit einem Plus von 40 Prozent in der GUS zu, während dieser in Zentraleuropa um 23 Prozent und in Südosteuropa um 19 Prozent zunahm. Die größten Aufwandsposten waren der Raumaufwand mit 141 Millionen Euro (Anstieg um 34 Prozent), der
IT-Aufwand mit 67 Millionen Euro (plus 28 Prozent) sowie der Werbeaufwand mit 61 Millionen Euro (Erhöhung um 21 Prozent).

Die Anzahl der Geschäftsstellen belief sich Ende Juni 2008 auf 3.077 Einheiten. Dies ist ein Zugang von netto 62 Geschäftsstellen in der Berichtsperiode. Die Neueröffnungen erfolgten überwiegend in Südosteuropa (75), insbesondere in Rumänien (34) und Bulgarien (27). In der GUS wurden durch weitere Standortoptimierungen per Saldo 29 Filialen geschlossen, wobei derzeit speziell in Russland zahlreiche neue Filialen in Vorbereitung sind.    

Vorsichtige Risikopolitik – Kreditrisikovorsorgen um 31 Prozent erhöht

Die Neudotierung von Kreditrisikovorsorgen stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um
31 Prozent oder 48 Millionen Euro auf 201 Millionen Euro. Davon entfielen 37 Prozent oder
75 Millionen Euro auf die Konzerneinheiten in Zentraleuropa, insbesondere in Ungarn und der Tschechischen Republik. Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres bedeutete das einen Anstieg von 24 Millionen Euro. Dies hing im Speziellen mit der sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung in Ungarn zusammen. Die Kreditrisikovorsorgen in Südosteuropa, insbesondere in Kroatien, Bulgarien und Albanien, stiegen im Vergleich zum Halbjahr 2007 um 36 Millionen Euro an, wovon mehr als zwei Drittel auf Portfolio-Wertberichtigungen entfielen. Im Gegensatz zu Zentraleuropa und Südosteuropa gingen in der GUS die Vorsorgen deutlich zurück. Hier wurden netto 69 Millionen Euro rückgestellt, was einen Rückgang von 12 Millionen Euro darstellte.

Die Risk/Earnings Ratio entwickelte sich positiv und sank um 1,4 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent. Für Retail Customers wurden mehr als 77 Prozent aller Vorsorgen gebildet, der Rest fiel im Bereich Corporate Customers an.

Weiterhin sehr gute Kapitalausstattung – Kernkapitalquote bei 9,6 Prozent

Das bilanzielle Eigenkapital der Raiffeisen International erhöhte sich seit dem Jahresultimo 2007 um 9 Prozent oder 624 Millionen Euro auf 7.246 Millionen Euro. Dem Zuwachs im Eigenkapital – resultierend aus dem Gewinn des laufenden Geschäftsjahres in Höhe von 646 Millionen Euro und Kapitaleinzahlungen von Minderheitsgesellschaftern in verschiedene Konzerneinheiten in Höhe von 53 Millionen Euro – steht eine Gewinnausschüttung in Höhe von 182 Millionen Euro gegenüber.

Darüber hinaus erhöhten positive Wechselkursänderungen einiger CEE-Währungen abzüglich damit in Zusammenhang stehender Kapitalabsicherungstransaktionen (Capital Hedge) das Eigenkapital per Saldo um 132 Millionen Euro. Die stärksten Auswirkungen ergaben sich durch die Währungsaufwertungen in der Slowakei, Ungarn und der Tschechischen Republik.

Seit dem 1. Januar 2008 erfolgt die Solvabilitätsberechnung gemäß Basel II. Mangels äquivalenter Vergleichszahlen für das Jahresende 2007 werden die Werte mit dem aufsichtsrechtlichen Eigenmittelerfordernis nach alter Basel-I-Regelung verglichen.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel erhöhten sich um 8 Prozent oder 508 Millionen Euro auf 7.192 Millionen Euro. Darin ist der laufende Gewinn des Berichtsjahres nicht enthalten, der aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften in der Rechnung noch nicht berücksichtigt werden darf.

Das Kernkapital (Tier 1) blieb mit einem Plus von 58 Millionen Euro auf 5.750 Millionen Euro nahezu unverändert. Die wesentlichen Änderungen im Kernkapital ergaben sich einerseits durch die deutlichen Aufwertungen verschiedener CEE-Währungen und anderseits durch die Dividendenausschüttung der Raiffeisen International in Höhe von 143 Millionen Euro.

Den Eigenmitteln steht ein aufsichtsrechtliches Eigenmittelerfordernis von 5.587 Millionen Euro gegenüber, was in einer Überdeckung von rund 29 Prozent resultiert. Zum Jahresende hatte das Erfordernis nach alter Regelung noch 4.317 Millionen Euro betragen, ein Großteil der Erhöhung von 1.270 Millionen Euro geht auf den Basel II-Effekt zurück, insbesondere auf das erstmals zu berücksichtigende Eigenmittelerfordernis für das operationelle Risiko in Höhe von 441 Millionen Euro.

Die Kernkapitalquote bezogen auf das Kreditrisiko fiel demnach um 1,8 Prozentpunkte auf
9,6 Prozent, die Eigenmittelquote reduzierte sich um 2,1 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent.
"Unsere Kapitalausstattung gehört zu den Besten aller Banken in der Region. Zusammen mit dem ausgewogenen Mix unserer Refinanzierung, insbesondere über hohe Kundeneinlagen, genießen wir hier – vor allem unter dem Gesichtspunkt des nach wie vor von Unsicherheit geprägten Umfeldes – einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil", sagte Martin Grüll, Finanzvorstand der Raiffeisen International.
 
Rekordergebnis im 2. Quartal 2008

Mit 311 Millionen Euro Konzern-Periodenüberschuss im 2. Quartal 2008 verzeichnete die Raiffeisen International auch das mit Abstand beste Quartalsergebnis seit Bestehen (ohne Berücksichtigung des Einmaleffektes im vierten Quartal 2006 aus der Veräußerung der Raiffeisenbank Ukraine). Dieses repräsentiert gegenüber dem 1. Quartal 2008 eine Steigerung von 57 Millionen Euro oder 22 Prozent. Im 2. Quartal 2008 erwirtschaftete die Raiffeisen International einen Rekord-Nettozinsüberschuss (nach Kreditrisikovorsorgen) in Höhe von
678 Millionen Euro, um 37 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Auch der Provisionsüberschuss lag mit 372 Millionen Euro deutlich – und zwar um 25 Prozent – über dem Vergleichsquartal 2007.

Segmentberichterstattung

Die Geschäftsaktivitäten der Raiffeisen International sind sowohl nach Geschäftsfeldern als auch regional segmentiert.

Geschäftsfelder

Das Segment Corporate Customers verzeichnete erneut einen deutlichen Ergebniszuwachs. Das Vorsteuerergebnis stieg im Periodenvergleich um 51 Prozent auf 484 Millionen Euro (HJ 2007: 321 Millionen Euro). Dieser Anstieg beruhte im Wesentlichen auf dem operativen Geschäft. Sehr positiv wirkte sich der Zuwachs im Zinsüberschuss aus, der um 42 Prozent auf 512 Millionen Euro (HJ 2007: 362 Millionen Euro) anstieg. Die Kreditrisikovorsorgen sanken trotz Volumenwachstums um 12 Millionen Euro unter das Vorjahresniveau auf 45 Millionen Euro. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 29 Prozent auf 259 Millionen Euro (HJ 2007:
200 Millionen Euro). Die Cost/Income Ratio verbesserte sich weiter auf 32,8 Prozent (HJ 2007: 34,7 Prozent). Der Return on Equity ging wegen der stark gestiegenen Eigenkapitalbasis um
2,1 Prozentpunkte auf 28,4 Prozent leicht zurück. Die Risikoaktiva für das Kreditrisiko nach Basel II erreichten 31,4 Milliarden Euro, was gegenüber dem nach Basel I berechneten Wert in der Vergleichsperiode des Vorjahres eine Erhöhung um 49 Prozent bedeutet. Dies hängt mit der neuen Berechnungsweise zusammen, die insbesondere Forderungen an Banken und an den öffentlichen Sektor mit höheren Risikogewichtungen belastet. Der Anteil des Geschäftsfelds am Gesamtergebnis stieg um 5 Prozentpunkte auf 57 Prozent.
Das Vorsteuerergebnis des Geschäftsfelds Retail Customers verbesserte sich gegenüber der Vergleichsperiode um 29 Prozent auf 288 Millionen Euro (HJ 2007: 223 Millionen Euro). Die Neudotierung von Kreditrisikovorsorgen (155 Millionen Euro) stiegen um 61 Prozent und die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich um 25 Prozent auf 875 Millionen Euro. Der Return on Equity fiel aufgrund der durch die Eigenkapitalzuwächse im vergangenen Jahr stark gewachsenen Basis geringfügig um 1 Prozentpunkt auf 28,1 Prozent.

Die Betriebserträge aus dem Segment Retail Customers stiegen um 29 Prozent auf
1.317 Millionen Euro, wobei das größte Wachstum aus dem Zinsüberschuss mit einem Plus von 31 Prozent stammte. Trotz weiterhin hoher Verwaltungsaufwendungen verbesserte sich die Cost/Income Ratio um 2,3 Prozentpunkte auf 66,4 Prozent.

Die Kreditrisikoaktiva erreichten zum Ende des ersten Halbjahres 17,6 Milliarden Euro und lagen damit um nur 15 Prozent über dem nach Basel-I-Regelungen berechneten Vergleichswert des Vorjahres. Die Basel-II-Regelungen führen zu einer geringeren Gewichtung des Kreditvolumens von Retailkunden. Der Anteil des Geschäftsfelds am Gesamtergebnis fiel um 3 Prozentpunkte auf
34 Prozent.

Das Segment Treasury steuerte einen beträchtlichen Ergebnisbeitrag von 155 Millionen Euro (plus 69 Prozent) bei. Dies wurde trotz erhöhter Verwaltungsaufwendungen im Wesentlichen durch einen um 133 Prozent verbesserten Zinsüberschuss erreicht.

Im Berichtszeitraum ergab sich im Segment Participations & Other ein Minus von 84 Millionen Euro (HJ 2007: minus 29 Millionen Euro). Das Segment umfasst neben nicht bankspezifischen Aktivitäten auch die Verwaltung von Beteiligungen. Weiters sind andere segmentübergreifende Funktionen enthalten, speziell in der Zentrale in Wien.

Regionale Segmente

Die GUS verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2008 mit 306 Millionen Euro den höchsten Periodenüberschuss vor Steuern aller drei Segmente. Der starke Ergebniszuwachs von 75 Prozent oder 132 Millionen Euro ist primär auf den hohen Zinsertrag, die moderaten Neudotierungen von Kreditrisikovorsorgen sowie Bewertungsgewinne zurückzuführen. Die Bilanzaktiva wuchsen im Jahresabstand um 23 Prozent. Die GUS steuerte 36 Prozent zum gesamten Periodenüberschuss vor Steuern bei und lag damit um 7 Prozentpunkte über ihrem Anteil in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Die Region Südosteuropa erwirtschaftete mit 284 Millionen Euro den zweitgrößten Periodenüberschuss vor Steuern. Der beträchtliche Ergebnisanstieg von 29 Prozent oder
64 Millionen Euro beruhte im Wesentlichen auf einem soliden Wachstum des Zins- und Provisionsüberschusses und einer straffen Kostenstruktur. Der Beitrag zum Periodenüberschuss vor Steuern betrug 34 Prozent und ging damit gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte zurück. Die Bilanzaktiva wuchsen im Jahresvergleich um 21 Prozent.

In Zentraleuropa verbesserte sich das Vorsteuerergebnis um 19 Prozent oder 41 Millionen Euro auf 253 Millionen Euro. Für diesen Anstieg waren hauptsächlich die Zuwächse bei Zins- und Provisionsüberschuss verantwortlich. Das Segment trug 30 Prozent zum Gesamtergebnis bei, dies bedeutet einen Rückgang von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert, der durch einige Sondereffekte positiv beeinflusst war. Die Bilanzaktiva stiegen im Jahresvergleich um 39 Prozent, was den stärksten Zuwachs aller Segmente bedeutete.

Bei den Konzernaktiva dominierte Zentraleuropa weiterhin mit einem um 3 Prozentpunkte gestiegenen Anteil von 43 Prozent. Wie im Vorjahr hatte das Segment Südosteuropa den zweitgrößten Anteil mit 31 Prozent, gefolgt von der GUS mit 26 Prozent.

Ausblick 2008 und Ziele unverändert

Das Firmenkundengeschäft wird aufbauend auf der erfolgreichen Mid-Market-Strategie auch 2008 den größten Beitrag zum Vorsteuerergebnis leisten. Im Retail-Bereich legt die Raiffeisen International weiterhin den Schwerpunkt auf die Expansion des Filialnetzes, um die Erweiterung der Kundenbasis zu unterstützen. Zudem wird das Unternehmen im laufenden Jahr das Produktangebot in den Bereichen Asset Management sowie Versicherungen weiter entwickeln.

Für das Geschäftsjahr 2008 wird ein Konzern-Jahresüberschuss von rund 1 Milliarde Euro angestrebt.

Bis 2010 peilt das Unternehmen ein jährliches Bilanzsummenwachstum von mindestens 20 Prozent an, wobei die stärksten Zuwächse im Segment Retail Customers angestrebt werden.

Für das Jahr 2010 setzt sich das Management das Ziel, einen Return on Equity (ROE) vor Steuern von mehr als 25 Prozent zu erreichen. Hierbei sind etwaige Akquisitionen und Kapitalerhöhungen nicht berücksichtigt. Die Cost/Income Ratio soll bei rund 56 Prozent liegen, für die Risk/Earnings Ratio wird eine Zielmarke von rund 15 Prozent angesteuert.

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Die Raiffeisen International betreibt eines der größten Bankennetzwerke in CEE. 17 Märkte der Wachstumsregion Europas werden durch Tochterbanken, Leasingfirmen und eine Reihe anderer Finanzdienstleistungsunternehmen abgedeckt. In über 3.000 Geschäftsstellen werden 14,4 Millionen Kunden betreut. Die Raiffeisen International ist eine voll konsolidierte Tochter der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Die RZB hält rund 69 Prozent der Aktien, der Rest befindet sich im Streubesitz. Die Aktien notieren an der Wiener Börse. Die RZB ist eine führende Kommerz- und Investmentbank in Österreich und das Spitzeninstitut der österreichischen Raiffeisen Bankengruppe, der größten Bankengruppe des Landes.

Der Online-Halbjahresbericht ist unter http://zb022008.ri.co.at abrufbar. Sie können dort auch gedruckte Exemplare bestellen.